"Clowns" in der politischen Manege

Europa

"Ich bin geradezu entsetzt, dass zwei Clowns gewonnen haben", sagte Steinbrück am Dienstagabend auf einer SPD-Veranstaltung in Potsdam zum Ausgang der Parlamentswahlen in Italien. Einer davon sei der Komiker Beppe Grillo, "ein beruflich tätiger Clown, der auch nichts dagegen hat, wenn man ihn so nennt", der andere sei Berlusconi, "ein Clown mit einem besonderen Testosteronschub".

Berlusconi einen "Clown" zu nennen ist eine regelrechte Verharmlosung.
So ist ein Clown eine teils tragische Figur die Komik verkörpert und auf diese Weise unterhaltsam ist.

Berlusconi hingegen ist weder kommisch oder unterhaltsam noch ist er eine tragische Figur. Vielmehr ist er machtbesessen, scherrt sich nicht um Itatliens Rolle in Europa und hält nicht viel von sozialer Verantwortung. Beispiele bieten seine umstrittenen Äußerungen, die oben im Bild zu lesen sind.

"Machtgeiler, egozentrischer Politfunktionär" wäre mit Verlaub viel passender als "Clown".

Darüberhinaus machen sich die aufschwingenden Moralapostel aus Union und FDP gerade zu lächerlich mit ihren Kritik und Fremdscham-Possen.

Es ist an Absurdität nicht zu übertreffen in sarkastischen politischen Äußerungen zu einer verzwickten parlamentarischen Situation in Italien eine diplomatische Krise zwischen Deutschland und Italien zu sehen.

Jedes gesprochene Wort auf die Goldwage zu legen ist mühsam und erschwert den politischen Alltag. Wir sollten uns den Problemem in Europa mit aller Kraft zuwenden, anstatt über einen aus einer Laune enstandenen Kommentar Peer Steinbrücks zu debattieren.

Steinbrück bleibt ein Politiker mit Ecken und Kanten, der sagt was er denkt. Ehrliche und offene Menschen, die mitunter Klartext reden bringen unser Land voran - und zwar weiter als es bedachte Redenschwinger jemals tun würden.

Philip Grabowski

 
 

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