Mit Blick auf die kommenden Kommunalwahlen haben sich die Jusos Dorsten darüber Gedanken gemacht, wo es in Dorsten politischen Handlungsbedarf gibt. Wie es für die Jusos selbstverständlich ist, haben sie dies aus einer jugendlichen Perspektive getan. Besonders wichtig sind Ihnen die Bereiche ÖPNV, Bildung, Jugendbetreuung und –teilhabe sowie Freizeitgestaltung.
Kommunalpolitik
Die nachfolgenden Ausführungen haben die Jusos am gestrigen Montag einstimmig beschlossen. Sie werden dem SPD-Stadtverband zur Beratung und Einarbeitung in das Wahlprogramm der SPD-Dorsten vorgelegt.
ÖPNV
Der öffentliche Personennahverkehr in Dorsten bedarf dringend einer Verbesserung. Die Vernetzung der Stadtteile untereinander aber auch die Anbindung Dorstens an die umliegenden Städte ist unzureichend. Viele Menschen, die auf Bus und Bahn angewiesen sind, müssen sich in ihrem Leben deshalb sehr einschränken.
Um den Bedürfnissen der Menschen in unserer Stadt, gerade der Jugendlichen und Älteren, gerecht zu werden, ist es erforderlich, dass innerhalb Dorstens von morgens bis abends alle Ortsteile an sieben Tagen der Woche in regelmäßiger Taktung erreichbar sind. Der bloße Erhalt der Bus- und Bahnlinien geht uns nicht weit genug. Es ist nicht mehr zeitgemäß, dass die letzten Züge aus Oberhausen, Dortmund und Essen zwischen 21 und 23 Uhr in Dorsten einfahren. Regelmäßige Fahrmöglichkeiten zwischen 5 und 24 Uhr, auch an Wochenenden, ist für eine selbstbestimmte Teilhabe an Arbeit und Bildung sowie für private Zwecke notwendig. Ebenso ist die Implementierung von ein oder zwei Nachtzugverbindungen von und nach Essen und Oberhausen, zumindest an Wochenenden und vor Feiertagen, in den Fahrplan notwendig.
Das Angebot im Busverkehr Richtung Gelsenkirchen, Bottrop, Marl und Recklinghausen muss wie der Bahnverkehr fahrplantechnisch auf die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger abgestimmt werden.
Bildung
Der demografische Wandel ist unaufhaltsam. Auch die Dorstener Schullandschaft muss sich der Entwicklung stellen. Dafür müssen Lösungen erarbeitet und umgesetzt werden. Primär verfolgen wir die Erhaltung zumindest einer Grundschule pro Ortsteil. Wenn dies mangels Kindern oder aus finanziellen Gründen zu gravierenden Ungleichgewichten zwischen Kosten und Nutzen führt, muss zumindest der Transport der Schüler zur Schule durch die Stadt sichergestellt werden.
Das Schulzentrum Pliesterbecker Straße muss schnellstmöglich zur Sekundarschule umgestaltet werden. Dort sollen die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit haben sämtliche Bildungsabschlüsse zu erreichen. Eine Kooperation mit den beiden Dorstener Gymnasien ist dafür nicht nur denkbar, sondern erforderlich, um denjenigen Schülerinnen und Schülern, die das Abitur anstreben, einen reibungslosen Wechsel in die gymnasiale Oberstufe zu ermöglichen.
Zu einer zeitgemäßen und guten Bildung gehört für uns eine Ausstattung der Schulen auf dem technisch neuesten Stand. Beamer und PC sind an Hochschulen schon lange Standard. Für einen modernen Unterricht sind solche Einrichtungen auch in jedem Klassenraum allgemein bildender Schulen zu realisieren.
Jugendbetreuung und Teilhabe
Die Zusammenarbeit mit dem Rat der Stadt Dorsten und die Verknüpfung der Jugendhäuser untereinander, mit den Schulen und mit den politischen Organen ist eminent wichtig, um eine allen Jugendlichen gerecht werdende Betreuung zu gewährleisten. Die Verwaltung darf nicht einzelnen Gruppen das Privileg der Nutzung überlassen und muss darauf bedacht sein, dass alle Jugendlichen die Häuser friedlich und nach ihren Vorstellungen nutzen können. Den Neubau des Jugendheims im Rahmen des Programms „Soziale Stadt Hervest“ muss stärker als bisher forciert werden. Die Informationspolitik bezüglich des Projekts ist nicht transparent genug.
„Jugend in Aktion“ ist eine von uns unterstützte und von den Jusos ursprünglich initiierte Form der Jugendbeteiligung in Dorsten. Wir streben eine enge Zusammenarbeit mit den Jugendlichen an, um mit ihnen dringende Probleme offenzulegen und Lösungsvorschläge zu erarbeiten und werden darauf hinarbeiten, das Mitspracherecht dieses Gremiums im Stadtrat nach Möglichkeit zu erhöhen. Auf Dauer soll diese Institution durch intensive Betreuung durch die Stadt (z.B. durch Seminare) und werbende Maßnahmen an Schulen und in Vereinen gefestigt werden. Die bisherige Umsetzung ist mangelhaft, handelt es sich doch in der derzeitigen Form um ein Schüler- und nicht um ein tatsächliches Jugendgremium. Für ein größeres politisches Gewicht sollten die Mitglieder nicht über die Schulen in das Gremium gesandt, sondern durch Wahlen parallel zur Kommunalwahl bestimmt werden. Ein Jugendbürgermeisteramt nach dem Vorbild der Partnerstadt Dorstens in England, Crawley, wollen wir auch für Dorsten.
Freizeitmöglichkeiten
Außer dem Kino, dem Atlantis und der Eishalle hat Dorsten jungen Menschen zwischen 18 und 30 Jahren nicht sehr viel zu bieten. Wenn es darum geht auszugehen, verlassen diese jungen Menschen Dorsten in Richtung Essen, Oberhausen, Bochum oder Dortmund. Um die Attraktivität Dorstens zu erhöhen und um Jugendlichen wohnortnahe Ausgeh- und Freizeitmöglichkeiten zu bieten, setzten wir uns für die Einführung regelmäßiger Veranstaltungen und Partys nach dem Vorbild der Ü-30-Partys im Gemeinschaftshauswulfen oder der We-Love-Dorsten-Partyserie (in der alten Ruhrgashalle und Eishalle) ein. Ein großes Potential sehen wir für derartige Veranstaltungen auf „Fürst Leopold“.
Für die Jusos-Dorsten: Philip Grabowski
