Interviewreihe: 3 Fragen an Philip Grabowski

Jugend

In der Reihe "3 Fragen an ..." interviewt der SPD-Ortsverein Rhade regelmäßig Köpfe aus der Partei auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene zu aktuellen Themen und Fragestellungen. Im aktuellen Interview aus dieser Reihe richten sich die Fragen an einen der beiden Vorsitzenden der Jusos Dorsten und stellvertretenden SPD-Stadtverbandsvorsitzenden Philip Grabowski:

1. Frage: Glückwunsch zum Juso-Vorsitz und stellv. Vorsitz der Dorstener SPD. Was muss sofort angepackt werden, um die Dorstener SPD zukunftsfähig zu machen?

Philip Grabowski: Vielen Dank für die Glückwünsche, insbesondere auch nochmals an diejenigen, die mir am Parteitag und bei der Juso- Vollversammlung ihr Vertrauen ausgesprochen haben. Die Frage nach der Zukunftsfähigkeit lässt sich mit Blick auf die Altersstruktur innerhalb der SPD Dorsten ziemlich einfach beantworten: Wir brauchen mehr junge Menschen, die sich in unserer Partei engagieren. Diese Problematik kennt aber nicht nur die SPD. Ein Blick in die konkurrierenden Parteien zeigt ein ähnliches Bild. Wir müssen für unseren Teil die Mitgliederwerbung und - bindung verbessern. Das können wir am besten, indem wir jungen Menschen zeigen, dass sie wichtig sind und dass wir sie mit ihren Anliegen und Ideen ernst nehmen und ihnen die Möglichkeit bieten diese konkret in Entscheidungsprozesse einfließen zu lassen. Wie genau wir die Mitglieder gewinnen können, müssen wir in den Ortsvereinen und im Stadtverband beraten. Eine entscheidende Rolle wird hierbei den Jusos zukommen. Das Thema Neumitglieder wird eines unser zentralen Aufgaben in den nächsten drei wahlfreien Jahren sein.

2. Frage: Warum ist es heute so schwierig, junge Leute zu überzeugen, sich gesellschaftspolitisch zu engagieren?

Philip Grabowski: Da spielen meines Erachtens mehrere Faktoren eine Rolle. Einer der Hauptgründe liegt für mich in der gefühlten Ohnmacht vor der gegenwärtigen Politik und der daraus resultierenden Politikverdrossenheit nicht nur junger Menschen. Ein Satz der mir im vergangenen Kommunalwahlkampf wiederholt entgegengebracht wurde, ist: „Die machen doch sowieso was die wollen.“ Viele Menschen fühlen sich von der Politik – selbst auf kommunaler Ebene – nicht mehr vertreten. Daraus entwickeln sich Distanz und Abneigung. Mitzumachen kommt für enttäuschte und frustrierte Menschen bestimmt nicht infrage. An dieser Entwicklung sind die politischen Akteure nicht unschuldig. Es liegt an uns ehrenamtlichen Politikern, aber auch an denen, die mit Politik ihre Brötchen verdienen, den ersten Schritt aus dieser Situation zu finden und zu gehen. Für mich besteht dieser erste Schritt aus drei Elementen: Zum einen muss die Politik achtsamer für die Sorgen und Anliegen der Bürgerinnen und Bürger werden und diese erkennbar in politische Entscheidungen einbeziehen. Zum zweiten muss die Verständigung einfacher werden. Wenn bestimmte Themen und Sachverhalte verständlicher erklärt würden, könnte man die Distanz zwischen Bürgern und Politik ein ganzes Stück verringern. Zu guter Letzt müssen politische Prozesse transparenter werden, damit die Menschen nachvollziehen können, was wer wann und wo entscheidet.

3. Frage: Der neue italienische Ministerpräsident wurde u. a. gewählt, weil er eine klare Sprache spricht und z.B. die „alten Politiker verschrotten“ will. Fehlt diese Direktheit der SPD, um gehört zu werden?

Philip Grabowski: Zum „Verschrotten der alten Politiker“ möchte ich sagen, dass es natürlich „alte Betonköpfe“ gibt, die nicht bereit sind mit der Zeit zu gehen und sich neuen Ideen gegenüber aufgeschlossen zu zeigen. Auf der anderen Seite können wir jungen Politiker auch eine ganze Menge von den älteren in der Politik lernen und von ihrer Erfahrung profitieren. Was die Direktheit angeht, glaube ich, dass es schon besser wäre, das ein oder andere Mal zu sagen, was man denkt. Die SPD ist da weder schlechter noch besser als andere Parteien. Übertriebene „political correctness“ tut uns nicht gut. Für den gemeinen Bürger hört sich Politikerdeutsch oftmals nach einer Fremdsprache an, die er nicht versteht. Damit erntet man Unverständnis und verliert an Profil. Wichtig ist es, ein ausgeglichenes Maß an Direktheit zu finden. Zu viel Direktheit kann auch schaden, indem dadurch beispielsweise Provokationen oder Verletzungen hervorgerufen werden, die Herausforderungen oder Probleme vergrößern statt sie zu lösen. Verbaler Streit ist ein wichtiger Bestandteil der Demokratie, Diplomatie genauso.

Vielen Dank.

Interview: SPD Rhade

 
 

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