Im lokalen Dorstener Politikum "Tillessensee" gibt es neue Entwicklungen.
Unter anderem hat das Vermessungsamt der Stadt Dorsten Stellung bezogen, nach dem unsere beiden Jusos Philip Grabowski und Felix Timmermann eine Überprüfung des Namens , der einen rechtsradikalen Hintergrund hat, gefordert haben, um gegebenenfalls eine Änderung anzustreben.
Darüber berichtet auch die Dorstener Zeitung heute online:
Rechtsextremer verewigt - Stadtverwaltung sucht neuen Namen für Tillessensee
DORSTEN Karl Tillessen war ein rechtsextremer Terrorist. Noch heute ist in der Lippestadt ein See nach ihm benannt. Nach einem Vorstoß der Jusos will die Stadtverwaltung den Namen Tillessensee aus der Dorstener Landkarte entfernen. Nur ist das nicht so einfach.
Philip Grabowski und Felix Timmermann haben in Sachen Tillessensee einen Stein ins Rollen gebracht. Und wenn auch nicht mit schnellen Ergebnissen gerechnet werden darf, so ist ein Prozess in Gang gekommen, bei dem einiges auf den Prüfstand gerät.
Die beiden Jungsozialisten hatten der Dorstener Zeitung entnommen, dass Namensgeber Tillessen keineswegs nur der gutbürgerliche frühere Geschäftsführer der Kieswerke war, als der er manch alteingesessenen Dorstenern in Erinnerung geblieben ist. Denn Karl Tillessen, so wissen Historiker, war ein rechtsextremer Terrorist, der wegen seiner Verstrickung in den Mordfall Rathenau in den Zwanziger Jahren rechtskräftig verurteilt worden war und später als überzeugter Nazi und SS-Mann auftrat.
Stadtverwaltung
Der Forderung der beiden Jusos, den Namen Tillessen aus der Dorstener Landkarte zu entfernen, mag sich auch die Stadtverwaltung nicht verschließen. Allerdings ist das nicht so einfach.
„Der Name Tillessensee ist keine offizielle Bezeichnung durch die Stadt Dorsten“, schreibt Vermessungsamtsleiter Manfred Wrobel in seinem Antwortbrief an Philip Grabowski, „für die Benennung von Gewässern ist die Untere Wasserbehörde zuständig.“
Katasterkarten
Der Name Tillessensee tauche in den Katasterkarten erstmals Ende der 70er Jahre auf. Zum damaligen Zeitpunkt war die Bezirksregierung Arnsberg zuständig, zu der die Stadt inzwischen ebenfalls Kontakt aufgenommen hat. Außerdem ist die Verwaltung mit dem Grundstücks-Eigentümer im Gespräch, der Firma Euroquarz.
Dies alles, so Wrobel, brauche Zeit, um endgültig über den Sachverhalt befinden zu können. Sobald Ergebnisse vorliegen, werde der Amtsleiter den zuständigen Bauausschuss unterrichten.
Konsequenz
Darüber hinaus hatte der Vorstoß der Jusos noch eine weitere Konsequenz. Wrobel: "Die offiziellen Straßenbezeichnungen sind bereits vor zwei Jahren bezüglich der Namen aus der NS-Zeit grob überprüft worden. Es hat nach dem Kriege ca. 40 Umbenennungen von Straßen gegeben. Offensichtliche Hinweise auf Straßenbezeichnungen mit nationalsozialistischem Hintergrund waren nicht erkennbar."
In den nächsten Monaten soll jedoch in Zusammenarbeit mit dem Orts- und Heimatverein Dorsten nochmals eine Überprüfung der aktuellen Straßennamen stattfinden.
Bericht: Klaus-Dieter Krause
Copyright: Dorstener Zeitung, 27.03.2013
Originalbericht: Rechtsextremer verewigt: Stadtverwaltung sucht neuen Namen für Tillessensee
Hintergrund: Namensgebung verewigt Rechtsradikalen